Die Wissensfragen in der Umfrage sind dazu da, herauszufinden, was Menschen in Bonn bereits zu der Asiatischen Tigermücke wissen. Für unsere Forschung ist besonders interessant, was Menschen noch nicht wissen. Ziel ist es, diese Wissenslücken in Zukunft besser in Informationsmaterialien zu thematisieren.
Diese Antworten sind richtig: Sie ist hauptsächlich tagsüber aktiv. Sie hat einen weißen Streifen auf dem Rücken. Sie hat Streifen auf den Beinen. Nur Weibchen stechen. Diese Antworten sind falsch: Sie ist groß (mehr als 1 cm lang). Die Spitze ihrer Hinterbeine ist schwarz. Die Asiatische Tigermücke ist relativ klein (3,5 mm bis 8 mm). Sie ist an ihrer tiefschwarz-weißen Färbung und einem weißen Streifen auf dem Rücken erkennbar. Ihre Hinterbeine haben 5 weiße Streifen und die Spitzen ihrer Hinterbeine sind weiß. Anders als viele heimische Mückenarten sticht sie tagsüber und in der Dämmerung, aber weniger nachts. Nur Weibchen stechen, da sie das Blut für die Eiproduktion brauchen. Das Stechverhalten der Asiatischen Tigermücke wird häufig im Vergleich zu anderen Mückenarten als aggressiver empfunden. Beispielsweise verfolgen Tigermücken potenzielle Wirte ausdauernd, um eine Blutmahlzeit aufzunehmen.
Weitere Informationen: Steckbrief der Asiatischen Tigermücke (KABS e.V. – Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.) ; Erkennen der Asiatischen Tigermücke (Tiger Informationsplattform) ; Identifizierung von der Asiatischen Tigermücke im Vergleich zu anderen Aedes-Mücken (nicht alle in Europa verbreitet) (ECDC, auf Englisch, mit Abbildungen)
Diese Antworten sind richtig: Wasser in kleinen Behältnissen (z.B. Untersetzer), Regentonnen, Wasseransammlungen in herumliegendem Müll. Diese Antworten sind falsch: Fließendes Wasser (z.B. Bäche), Feuchte Erde, Hohes Gras, Zierteiche mit Fischen.
Ein Grund für die weitreichende Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke ist die Nutzung vielfältiger Brutstätten. Sie legt ihre Eier in kleinen bis mittleren Wasseransammlungen ab, die sowohl natürlich (z.B. Baumhöhlen) als auch künstlich sein können. Bei der Wasserqualität ist die Asiatische Tigermücke eher anspruchslos. Sie bevorzugt jedoch sauberes Regenwasser und wärmere Temperaturen.
In Gärten und Außenbereichen rund um Wohnhäuser gibt es viele passende Behältnisse, die zu Brutstätten werden können. Zu diesen zählen verschiedenste Behältnisse von der Größe einer Regentonne bis hin zu einem leeren Teelicht. Teiche mit Fischen und anderen aquatischen Tieren zählen in der Regel nicht zu den Brutstätten, da diese Mückenlarven fressen. Der Entwicklungszeitraum vom Ei bis zur ausgewachsenen Tigermücke ist stark temperaturabhängig und kann zwischen rund einer Woche bis zu über vier Wochen dauern. Optimale Temperatur liegt für die Asiatische Tigermücke bei circa 25 Grad Celsius.
Die Eier der Asiatischen Tigermücke können einige Zeit im Trockenen überstehen. Die Asiatische Tigermücke überwintert auch im Ei-Stadium, wobei sie auch Frost überleben kann. Aus diesen Gründen ist es wichtig, Behältnisse, wie Regentonnen, im Herbst und Winter richtig zu reinigen. Dadurch kann vermieden werden, dass im Frühjahr die Mückenlarven aus den Eiern des Vorjahres schlüpfen.
Weitere Informationen:
Abbildung zum Lebenszyklus der Asiatischen Tigermücke (Landesgesundheitsamt BW, Gesundheit und Umwelt)
Weitere Informationen zur Biologie (Tiger Informationsplattform)
Übersicht möglicher Brutstätten mit Fotos (KABS e.V. – Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.)
Richtige Antwort: 200 Meter
Eine ausgewachsene Asiatische Tigermücke fliegt in ihrem Leben in der Regel nicht mehr als 200 Meter. Ihre weltweite Ausbreitung ist die Folge von Güter- und Personentransport. Daher haben Gebiete in der Nähe von Bahnstrecken, Autobahnen oder Gewerbegebieten ein höheres Risiko, dass Tigermücken aus Süddeutschland oder Südeuropa eingeschleppt werden.
Während die vielen möglichen Brutstätten die Bekämpfung von Tigermücken erschweren, führt ihr begrenzter Flugradius häufig zu lokal erhöhten Populationsdichten. Gärten sind für öffentliche Maßnahmen jedoch kaum zugänglich. Deshalb liegt die Hauptverantwortung für die Vermeidung von Brutstätten bei den jeweiligen Haushalten. Eine wirksame Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke gelingt am besten, wenn die Nachbarschaft gemeinsam handelt.
Weitere Informationen:
Asiatische Tigermücke (Umweltbundesamt)
Abschnitt 3 und 4 in „Aedes albopictus in Deutschland“ (Nationale Expertenkommission für Stechmücken am FLI, 2016)
Aedes albopictus – Factsheet for experts (ECDC, auf English)
Richtige Antworten: Dengue-Fieber, Chikungunya, Zika
Falsche Antworten: HIV, FSME (durch Zecken), Malaria (durch Anopheles-Mücken), Lyme-Borreliose (durch Zecken), West-Nil-Fieber (durch Culex-Mücken)
Die Asiatische Tigermücke gilt als wichtiger Vektor für Erkrankungen durch Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren. Diese Erkrankungen werden durch den Stich einer infizierten Aedes-Mücke übertragen. Eine Asiatische Tigermücke muss sich jedoch vorher selbst mit dem Virus infizieren. Das ist in Deutschland aktuell nur möglich, wenn eine Tigermücke eine infizierte Person sticht, die beispielsweise von einer Reise zurückgekehrt ist. Zu weiteren Bedingungen gehört, dass eine ausreichende Temperatur vorherrscht, sodass die Tigermücke überlebt, aktiv bleibt und das Virus weitergeben kann.
Infektionen innerhalb Deutschlands (autochthone Übertragungen) sind bisher nicht bekannt. Durch die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke sind jedoch in Zukunft vor allem Chikungunya-Infektionen im Sommer möglich. Mit steigenden Temperaturen durch den Klimawandel kann auch die Wahrscheinlichkeit von autochthonen Infektionen mit dem Dengue-Virus steigen. Autochthone Übertragungen des West-Nil-Virus gibt es bereits vereinzelt in Deutschland. Das West-Nil-Virus wird primär von Culex-Mücken übertragen, die in Deutschland heimisch sind. Allerdings ist auch eine Übertragung durch die Asiatische Tigermücke möglich, was zukünftig eine größere Rolle spielen könnte.
Informationen zu mückenübertragenen Erkrankungen:
Eine einfache Erklärung zu vektorübertragenen Krankheiten (Mücken und Zecken)
Informationen des RKI zu mückenübertragenen Erkrankungen
Mosquito-borne diseases (ECDC, auf Englisch)
Infographic: Mosquito-borne diseases: an emerging threat (ECDC, auf Englisch)
Infographic: How imported dengue virus from travellers can spread in the EU (ECDC, auf Englisch)
Richtige Antworten: Frankreich, Italien, Spanien; Falsche Antworten: Deutschland, Polen, Großbritannien
Übertragungen von Erkrankungen durch die Asiatische Tigermücke gibt es jährlich in Südeuropa. Im Jahr 2025 wurden beispielsweise in Italien (384) und Frankreich (788) Chikungunya-Virus-Infektionen gemeldet, letztere unter anderem nahe der deutsch-französischen Grenze. Dengue-Virus-Infektionen sind seltener: In Frankreich wurden im Jahr 2025 28 und in Italien vier autochthone Übertragungen gemeldet. Da Infektionen häufig auch symptomlos verlaufen können oder bei leichter Symptomatik nicht als solche erkannt werden, sind die Zahlen von Übertragungen vermutlich höher.
Einzelne Fälle von Dengue wurden zwischen 2019 und 2024 in Spanien gemeldet. Für Deutschland, Polen und Großbritannien gibt es bisher keine gemeldeten lokalen Infektionen (Stand 2025, ECDC).
Aktuelle und historische Daten zu den Übertragungen in Europa:
Dengue (ECDC, auf Englisch)
Chikungunya (ECDC, auf Englisch)
Verbreitung von der Asiatischen Tigermücke in Europa (mit Abbildung) (ECDC, Stand 04/2026, auf Englisch)
