Die Wissensfragen in der Umfrage dienen da, herauszufinden, was Menschen in Bonn bereits über die Asiatische Tigermücke wissen. Dabei ist für unsere Forschung auch besonders interessant, was Menschen noch nicht wissen. Ziel ist es, diese Wissenslücken in Zukunft besser in Informationsmaterialien zu thematisieren.
Richtige Antworten:
- Sie ist hauptsächlich tagsüber aktiv.
- Sie hat einen weißen Streifen auf dem Rücken.
- Sie hat Streifen auf den Beinen.
- Nur Weibchen stechen.
Falsche Antworten:
- Sie ist groß (mehr als 1 cm lang).
- Die Spitze ihrer Hinterbeine ist schwarz.
Erklärung:
Die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) ist relativ klein (3,5 mm bis 8 mm).Sie ist an ihrer tiefschwarz-weißen Färbung und einem weißen Streifen auf dem Rücken erkennbar. Ihre Hinterbeine haben 5 weiße Streifen und die Spitzen ihrer Hinterbeine sind weiß. Anders als viele heimische Mückenarten sticht sie überwiegend tagsüber und in der Dämmerung. Nur Weibchen stechen, da sie das Blut für die Eiproduktion brauchen. Das Stechverhalten wird im Vergleich zu anderen Mückenarten häufig als aggressiver wahrgenommen. Beispielsweise verfolgen Tigermücken potenzielle Wirte ausdauernd, um eine Blutmahlzeit aufzunehmen.
- Steckbrief der Asiatischen Tigermücke (KABS e.V.)
- Erkennen der Asiatischen Tigermücke (TIGER)
- Identifizierung von der Asiatischen Tigermücke (ECDC, auf Englisch)
Richtige Antworten:
- Wasser in kleinen Behältnissen (z.B. Untersetzer)
- Regentonnen
- Wasseransammlungen in herumliegendem Müll
Falsche Antworten:
- Fließendes Wasser (z.B. Bäche)
- Feuchte Erde
- Hohes Gras
- Zierteiche mit Fischen
Erklärung:
Ein Grund für die schnelle Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke ist die Nutzung vielfältiger Brutstätten. Sie legt ihre Eier in kleinen bis mittleren Wasseransammlungen ab, die sowohl natürlich (z.B. Baumhöhlen) als auch künstlich sein können. Bei der Wasserqualität ist die Asiatische Tigermücke eher anspruchslos. Sie bevorzugt jedoch sauberes Regenwasser und wärmere Temperaturen. In Gärten und Außenbereichen rund um Wohnhäuser gibt es viele passende Behälter, die zu Brutstätten werden können. Zu diesen zählen verschiedenste Behältnisse von der Größe einer Regentonne bis hin zu sehr kleinen Gefäßen wie leeren Teelichtern. Teiche mit Fischen und anderen aquatischen Lebewesen sind in der Regel keine Brutstätten, da diese Mückenlarven fressen. Der Entwicklungszeitraum vom Ei zur ausgewachsenen Tigermücke ist stark temperaturabhängig und kann von knapp einer Woche bis zu einigen Wochen dauern. Die optimale Temperatur für die Asiatische Tigermücke liegt bei circa 25 Grad Celsius. Die Eier der Asiatischen Tigermücke können einige Zeit im Trockenen überstehen. Die Asiatische Tigermücke überwintert auch im Ei-Stadium, wobei sie Frost überleben kann. Aus diesen Gründen ist es wichtig, Behältnisse wie Regentonnen im Herbst und Winter richtig zu reinigen. Dadurch kann vermieden werden, dass im Frühjahr Mückenlarven aus den Eiern des Vorjahres schlüpfen.
- Lebenszyklus der Asiatischen Tigermücke (LGA Baden-Württemberg)
- Weitere Informationen zur Biologie (TIGER)
- Übersicht möglicher Brutstätten mit Fotos (KABS e.V.)
Richtige Anworten:
• 200 Meter
Erklärung:
Eine ausgewachsene Asiatische Tigermücke fliegt in ihrem Leben in der Regel nicht mehr als 200 Meter. Ihre weltweite Ausbreitung ist die Folge von Güter- und Personentransport. Daher haben Gebiete in der Nähe von Bahnstrecken, Autobahnen oder Gewerbegebieten ein höheres Risiko, dass Tigermücken aus Süddeutschland oder Südeuropa eingeschleppt werden. Während die vielen möglichen Brutstätten die Bekämpfung von Tigermücken erschweren, führt ihr begrenzter Flugradius häufig zu lokalen Hotspots. Gärten sind für öffentliche Maßnahmen jedoch kaum zugänglich. Deshalb liegt die Hauptverantwortung für die Vermeidung von Brutstätten bei den jeweiligen Haushalten. Eine wirksame Bekämpfung der Asiatischen Tigermücke gelingt am besten, wenn eine Nachbarschaft gemeinsam handelt.
- Verhalten der Asiatische Tigermücke (Umweltbundesamt)
- Bericht „Aedes albopictus in Deutschland“ (Umweltbundesamt)
- Aedes albopictus – Factsheet for experts (ECDC, auf English)
Richtige Antworten:
- Dengue
- Chikungunya
- Zika
Falsche Antworten:
- HIV (sexuellübertragenen Krankheit)
- FSME (wird durch Zecken übertragen)
- Malaria (wird durch Anopheles-Mücken übertragen)
- Lyme-Borreliose (wird durch Zecken übertragen)
Erklärung:
Die Asiatische Tigermücke gilt als wichtiger Vektor für Erkrankungen durch Dengue-, Chikungunya- und Zika-Viren. Diese Erkrankungen werden durch den Stich einer infizierten Tigermücke übertragen. Die Tigermücke muss sich jedoch vorher selbst mit dem Virus infizieren. Dafür muss sie eine Person stechen, die sich beispielsweise auf einer Reise angesteckt hat und noch eine ausreichend hohe Virusmenge im Blut aufweist. Dieser Zeitraum ist jedoch kurz. Damit es anschließend zu einer weiteren Übertragung kommen kann, muss es zudem geeignete Temperaturen geben. Nur dann bleibt die Tigermücke aktiv und kann das Virus übertragen.Infektionen innerhalb Deutschlands (autochthone Übertragungen) sind bisher nicht bekannt. Durch die Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke sind jedoch in Zukunft vor allem Chikungunya-Infektionen im Sommer möglich. Mit steigenden Temperaturen durch den Klimawandel erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit von autochthonen Infektionen mit dem Dengue-Virus. Autochthone Übertragungen des West-Nil-Virus gibt es bereits vereinzelt in Deutschland. Das West-Nil-Virus wird primär von Culex-Mücken übertragen, die in Deutschland heimisch sind. Allerdings ist auch eine Übertragung durch die Asiatische Tigermücke möglich, was zukünftig eine größere Rolle spielen könnte.
- Erklärung zu vektorübertragenen Krankheiten (BIÖG)
- Informationen des RKI zu mückenübertragenen Erkrankungen (RKI)
- Mosquito-borne diseases: an emerging threat (ECDC, auf Englisch)
- How imported dengue virus from travellers can spread in the EU (ECDC, auf Englisch)
Richtige Antworten:
- Frankreich
- Italien
- Spanien
Falsche Antworten:
- Deutschland
- Polen
- Großbritannien
Erklärung:
In Südeuropa kommt es jährlich zu Krankheitsübertragungen durch die Asiatische Tigermücke. Im Jahr 2025 wurden beispielsweise in Italien (384) und Frankreich (788) Chikungunya-Virus-Infektionen gemeldet, letztere unter anderem nahe der deutsch-französischen Grenze. Infektionen mit dem Dengue-Virus sind seltener: In Frankreich wurden im Jahr 2025 28 und in Italien vier autochthone Übertragungen gemeldet. Da Infektionen häufig symptomlos verlaufen oder bei leichter Symptomatik nicht als solche erkannt werden, gibt es vermutlich eine gewisse Dunkelziffer. Einzelne Fälle von Dengue wurden zwischen 2019 und 2024 auch in Spanien gemeldet. Für Deutschland, Polen und Großbritannien gibt es bisher keine gemeldeten autochthonen Übertragungen (Stand 2025, ECDC).
- Dengue (ECDC, auf Englisch)
- Chikungunya (ECDC, auf Englisch)
- Verbreitung von der Asiatischen Tigermücke in Europa (ECDC, auf Englisch)
