Was ist Bti?
Bacillus thuringiensis israelensis (Bti) ist ein natürlich vorkommendes Bodenbakterium, das Eiweißkristalle bildet, die für die Larven bestimmter Mückenarten hochgiftig sind. Es handelt sich daher um ein biologisches Larvizid. Die Präparate werden direkt in das Wasser von Mückenbrutstätten eingebracht. Nach der Aufnahme der Eiweißkristalle durch die Larven wird deren Darm geschädigt und sie sterben innerhalb kurzer Zeit ab.
Bti wirkt nicht nur gegen die Larven der Asiatischen Tigermücke, sondern auch gegen andere Stechmücken (Familie Culicidae) sowie Kriebelmücken (Familie Simuliidae). Jedoch können auch andere, nicht-stechende Mückenarten (Nematocera) abgetötet werden. Andere aquatische Organismen sind nach aktuellem Kenntnisstand gegenüber dem Wirkstoff weitgehend unempfindlich. In der Europäischen Union sind verschiedene Bti-Produkte auch für die Anwendung durch Privatpersonen zugelassen.
Wirkstoff und Wirkungsweise von Bti (mit Abbildungen) (KABS e.V.)
Bti: Selektives Biolarvizid – im Spannungsfeld von Wirksamkeit und Biodiversität (Deutsche Gesellschaft für Toxikologie)
Stechmückenbekämpfung mit Larviziden durch Privatpersonen (Umweltbundesamt)
Änderung an der ChemBiozidDV wirkt sich auf Bti-Tabletten aus (KABS e.V.)
Literaturstudie – Auswirkungen des Insektizids Bti auf aquatische Organismen (Österreichisches Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft)
Wie kann ich verdächtige Mücken melden?
Verdächtige Mücken können bei verschiedenen Institutionen zur Bestimmung gemeldet werden. Wenn eine Asiatische Tigermücke identifiziert wird, melden die Institutionen dies an die jeweilige Kommune. Wichtig bei allen Möglichkeiten ist, dass die Mücke erkennbar sein muss. Sie darf also nicht zerquetscht sein. Zudem ist es hilfreich, vorher zu überprüfen, ob die Erkennungsmerkmale (siehe oben) passen. Nicht jede Mücke mit Streifen ist eine Asiatische Tigermücke!
Option 1: Tigermücke einfangen, einfrieren und einschicken
Friedrich-Löffler-Institut, Mückenatlas
Option 2: Fotos von erkennbarer Mücke machen
KABS e.V. – Kommunale Aktionsgemeinschaft zur Bekämpfung der Schnakenplage e.V.
Zecken- und Mücken-Erkennung mit Künstlicher Intelligenz (Projekt ZEMEKI)
Über die Studie:
Die Umfrage ist Teil einer Masterarbeit, die die Bedarfe, Möglichkeiten und Herausforderungen frühzeitiger Präventions- und Bekämpfungsstrategien im Umgang mit der Asiatischen Tigermücke (Aedes albopictus) untersucht. Dafür besteht die Studie aus zwei Teilen. Ziel ist es, mit diesen den Kontext zu verstehen, in dem und für den die Strategien entwickelt werden.
Im ersten Teil (diese Umfrage, A) wird auf kleinräumiger Ebene das Wissen, die Sichtweisen und das Verhalten von Gärtner*innen in Bonn untersucht. Bonn wurde ausgewählt, weil es bereits vereinzelte Populationen der Asiatischen Tigermücke gibt. Allerdings ist die Asiatische Tigermücke noch wenig bekannt. So kann untersucht werden, wie sich die lokal begrenzten Vorkommen der Asiatischen Tigermücke auf betroffene Bonner*innen auswirken. Außerdem wird untersucht, ob sich das Wissen, die Sichtweisen und die Umsetzung von Maßnahmen nach verschiedenen Gartentypen unterscheidet. Die Ergebnisse werden statistisch ausgewertet.
Der zweite Teil der Studie (B) beschäftigt sich damit, wie sich öffentliche Institutionen auf die zunehmende Ausbreitung der Asiatischen Tigermücke vorbereiten und wie Präventions- und Bekämpfungsstrategien entwickelt werden. In diesem Teil geht es nicht explizit um Bonn, sondern um die Handlungsansätze in verschiedenen Kommunen, in denen kürzlich erste Populationen der Asiatischen Tigermücke nachgewiesen wurden oder deren Etablierung in naher Zukunft erwartet wird. Dazu werden Interviews mit Akteur*innen aus dem Öffentlichen Gesundheitsdienstes (zum Beispiel Gesundheitsämtern) geführt.
Beide Studienteile werden abschließend gemeinsam ausgewertet, um sowohl relevante Aspekte auf Ebene der Bewohner*innen von betroffenen Gebieten als auch institutionelle Rahmenbedingungen zu berücksichtigen. Zusammenfassend hat die Studie zwei Absichten:
- Das wissenschaftliche Interesse an den Interaktionen von Institutionen, Nachbarschaften, und einzelnen Haushalten mit der Asiatischen Tigermücke
- Die Erarbeitung einer Grundlage für Empfehlungen für frühzeitige, alltagsnahe Präventions- und Bekämpfungsstrategien in neuen Ausbreitungsgebieten
Konzeptionelle Darstellung der Gesamtstudie

